Café Racer made in India

Royal Enfield Continental GT 535 EFI

Die Retro-Welle rollt, und da ist es nur allzu selbstverständlich, dass Royal Enfield, der Hersteller, bei dem »Classic« den Markenkern bildet, nun auch einen Café Racer präsentiert. Paradoxerweise ist dabei die modernste Enfield aller Zeiten herausgekommen.

Mit dem Ace Café wählte Royal Enfield die perfekte Location für die Präsentation der Continental GT 535 EFI. Wohl kein Ort ist enger mit den frühen Glanzzeiten der Marke verbunden als der kultige Bikertreffpunkt in London.

In den fünfziger und sechziger Jahren posen hier – damals noch »echte« – Rocker mit ihren Bikes. Dem Zeitgeist entsprechend übernimmt Royal Enfield bereits in den frühen Sixties Attribute der Subkultur ins Design der Serienmaschinen. So werden die Modelle Meteor und Meteor Minor ab Werk mit zurückverlegten Fußrasten und tiefen Lenkern ausgestattet.

Es folgen legendäre Modelle wie Super Five, Crusader Sport und Bullet 350 – allesamt stilistisch stark am Zeitgeist der Szene orientiert. Mit der 250er Continental GT kann die Marke 1964 in Silverstone sogar eine Klassenbestzeit herausfahren.1965 beginnt die Serienproduktion der Continental GT im Werk Redditch. Das Bike hat einen Fiberglastank mit knallroter Lackierung, ein Fünfganggetriebe und leistet 21 PS.Mit dem Niedergang der britischen Motorradkultur und dem damit verbundenen Sterben der großen Marken Anfang der siebziger Jahre versinkt auch Royal Enfield zunächst in der Bedeutungslosigkeit.Klassische Bikes werden nun in Indien produziert und halten das Erbe am Leben. Ab Mitte der 80er erwacht das Interesse an den klassischen Bikes erneut. Die Bullet 350 genießt unter Puristen einen gewissen Kultstatus. Mit 500cc-Kits lässt sich dem Single ab 1990 schließlich etwas mehr Power entlocken. 2005 gibt es dann einen ersten Café-Racer-Kit, die Electra X.Nach dreijährigen Verlauf rollt nun die Continental GT 535 EFI von den Bändern im indischen Oragadam, einer Industrie-Metropole nahe Chennai (früher: Madras), wo auch europäische Hersteller wie Daimler oder Renault Fertigungsstandorte unterhalten.

  Anischten der neuen Royal Enfield Continental GT 535 EF. Die Continental GT 535 EFI wird von einem 535 Kubikzentimeter großen Einzylinder angetrieben, der knapp 30 PS bei 5100 Umdrehungen leistet. Der Single ist mit elektronischer Zündung und einer zeitgemäßen Benzineinspritzung von Keihin ausgestattet.Wie ihr Vorbild von 1965 strahlt die Continental GT in leuchtendem Rot. Tiefer Stummellenker, ein Tank mit extravaganter Linienführung, weit hinten platzierte Fahrerfußrasten, die minimalistische Bank mit Höcker und die Lenkerenden-Spiegel sind weitere Stilzitate.Neben der Einspritzung findet sich weitere zweitgemäße Technik an Bord. Die vordere Einscheibenbremse mit einem Durchmesser von 300 Millimetern arbeitet mit Zweikolbensätteln von Brembo zusammen. Auch im Heck verzögert eine Scheibe, sie hat 240 Millimeter Durchmesser. Ein ABS wird derzeit nicht angeboten.Die klassische Teleskopgabel mit 41 Millimetern Innenrohrdurchmesser bietet einen Federweg von 110 Millimetern. Die Federbeine im Heck stammen von Paioli. Sie können in der Federvorspannung angepasst werden und haben einen Arbeitsweg von 80 Millimetern.Beim Cockpit ist eine gute Synthese aus moderner Funktionalität und klassischer Optik gelungen.Natürlich rollt ein Café Racer auf Speichenrädern daher. Bereift sind diese mit dem Pirelli Sport Demon in den Größen 100/90-18, 56 H (vorne) bzw. 130/70-18, 63 H.184 Kilogramm Leergewicht bringt die Continental GT auf die Waage.Im Laufe des Oktobers soll das Bike auch in Europa verfügbar sein. Weitere Informationen

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