Wieder daheim

Foto: Axel Koenigsbeck

Bismarck-Museum in Radevormwald

Wieder daheim

Radevormwald. Seit 2016 lassen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der IG Bismarck die Historie der Marke mit einer Dauerausstellung, Ausfahrten und sonstigen Aktivitäten wieder aufleben. Nach Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten in Bergerhof konnten die Fahrräder und Motorräder, darunter eine LM 125 mit Doppelvergaser, nun in die ehemalige Produktionsstätte umziehen, die deutlich mehr Platz als die bisherige Lokation in der Radevormwalder Innenstadt bietet. Zum neuen Museum gehören auch die damaligen Büros der Chef- und Konstruktionsabteilung mit ihrer erhaltenen Innenausstattung.

Mehr als ein halbes Jahrhundert produzierten die Bismarck-Werke Fahrräder und Motorräder. Als die Kaufleute Gottlieb Frowein und Carl Richard Holbeck 1896 in Bergerhof am Rande von Radevormwald ihr Fahrradwerk gründeten, wollten sie es zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers „Bismarck“ nennen. Fürst Otto von Bismarck genoss bei weiten Teilen der Bevölkerung immer noch hohes Ansehen und gab seine Einwilligung zu dieser werbeträchtigen Verwendung seines Namens.
Bereits 1905 wurden zwei motorisierte Fahrradmodelle vorgestellt. Zunächst kamen Einbaumotoren von Anzani, Fafnir oder Minerva zum Einsatz. Anfang der 1930er Jahre nahm Bismarck die Herstellung von Fahrrädern mit Motor-Unterstützung wieder auf. Mittlerweile standen Fichtel & Sachs mit passenden Zweitaktern parat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg weiteten die Radevormwalder ihr Modellangebot mit der fünf PS starken LM 125 K nach oben aus. Möglich machte dies der Pinneberger Motorenlieferant ILO. Im September 1950 schickte Bismarck ein Team zu Werbezwecken von München nach Kapstadt, wo Fahrer und Maschinen noch vor Weihnachten wohlbehalten ankamen. Zwar trug die Aktion zum guten Ruf der Bismarck-Motorräder bei, dennoch kam mit dem Niedergang der deutschen Motorradindustrie das Aus: 1957 muss das Unternehmen nach 61 Jahren Konkurs anmelden.

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Axel Koenigsbeck

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