Yamaha Electric Power Steering

Electric Power Steering (EPS)

Yamaha arbeitet an Servolenkung für Motorräder

Mit einer elektronischen Servolenkung schlägt Yamaha ein neues Kapitel im Bereich der Assistenzsysteme für Motorräder auf. Prototypen des Systems sollen in der japanischen Motocross-Meisterschaft eingesetzt werden.

Die Bezeichnung Electric Power Steering (EPS), also elektrische Servolenkung, verrät nur einen Teil über eine von Yamaha aktuell entwickelte Technologie. Das EPS-System soll einerseits wie bei einer herkömmlichen Servolenkung im Auto den Lenkeingriff des Fahrers verstärken. Andererseits soll die Technologie die Fähigkeit besitzen, zwischen Impulsen zu unterscheiden, die vom Fahrer in das System eingeleitet werden und solchen, die ihren Ursprung in externen Faktoren – beispielsweise Bodenunebenheiten – haben.

Herzstück der Yamaha EPS ist ein magnetostriktiver Drehmomentsensor, der die auf die Lenkung einwirkenden Momente erfasst. Eine ähnliche Technologie wird bei Pedelecs eingesetzt, um die elektrische Unterstützung in Abhängigkeit von der aufgewendeten Pedalkraft zu steuern.

Diese Informationen werden an eine Recheneinheit übertragen, die ein Signal an einen Aktuator, (Komponente, die elektrische Signale in mechanische Bewegung umsetzt, z.B. ein Elektromotor) sendet. So können Lenkimpulse gemäß der programmierten Voreinstellungen verstärkt und Störeinflüsse in der Art eines Lenkungsdämpfers eliminiert werden.

Yamaha Electric Power Steering (EPS)

Erprobt wird das Lenkunterstützungssystem derzeit in je einer YZ 450 FM und YZ 250 F, die Yamaha in der All Japan Motocross Championship einsetzen will. Der Geländesport bietet sich als Testumgebung an, da dort gerade bei geringen Geschwindigkeiten große Lenkkräfte und eine hohe Bewegungsintensität vom Fahrer gefordert werden.

Künftige Evolutionsstufen der Yamaha Electric Power Steering könnten auch in Motorrädern gänzlich anderer Kategorien verwendet werden. Dort könnte die elektronische Lenkunterstützung Geometrien ermöglichen, die sehr handlich sind, ohne elektronische Lenkhilfe jedoch zu instabil wären. Darüber hinaus könnte EPS mit anderen Assistenzsystemen zusammenarbeiten. Im Zusammenspiel mit einem Schräglagensensor sind gezielte Lenkeingriffe in Gefahrensituationen denkbar.

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