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Gebirge am Meer
Ligurien

Gebirge am Meer

Länge: 520 km
Dauer: 1 Woche

Terrain

Standard Road

Länder

Italien

Regionen

Ligurien , Alpen , Westalpen

Oben einsame Bergdörfer und keine 20 Kilometer entfernt die Riviera. Wo sich Seealpen und Apennin ins Meer stürzen, kommt jeder auf seine Kosten.

Ein schmaler Streifen Land am Meer, wo sich die Berge in die See stürzen. Wir kurven hinauf zu einsamen Bergdörfern, gleiten entlag der Küstenstraße und entdecken mondäne Rivierastädtchen. Ein umwerfendes Kontrastprogramm auf rund 500 kurvigen Kilometern.
Riviera – allein der Name verströmt einen Hauch von Grandezza, von palmengesäumten Jugendstilvillen, ankernden Luxusyachten, mondänen Treffpunkten der High Society. Manch einer mag sich dagegen schaudernd abwenden beim Gedanken an überfüllte Strände, aus allen Nähten platzende Ferienorte und 300 km verstopfte Küstenstraße. So oder so aber stellt sich die Frage: Soll man dorthin mit dem Motorrad fahren? Unbedingt! Denn selbst wer die Küste partout nicht mag, findet in Ligurien, dem schmalen Streifen Land am Meer, ein bergiges Hinterland, dessen Schönheit einem die Sprache verschlägt.

Schon im schicken San Remo kann man dem Trubel leicht entweichen und entdeckt nur wenige Kilometer landeinwärts das andere Ligurien. Keine hundert Meter geht es jetzt mehr geradeaus, in sich versunkene Bilderbuch-Dörfchen wie Triora oder Dolcedo klammern sich wie Schwalbennester an grüne Hänge, und handtuchbreite Sträßchen winden sich über die beachtlichen Höhen der Seealpen. Zurück am Meer, bietet Impéria einen turbulenten Kontrast. Cervo, Alassio, Albenga – kurvig windet sich die Via Aurelia die Küste hinauf, und man sollte gar nicht erst versuchen, das irre Tempo der einheimischen Rollerpiloten mitzugehen. An den Stränden reihen sich die Liegestühle, im Innern aber zeigen die uralten Küstenorte Einblicke ins Mittelalter. Zu viel Verkehr? Zwischen Loano und Finale Ligure kann man wieder in die Berge fliehen und hat tausend Kurven für sich allein.

Steil stürzen sich die Berge hinter Finale ins Meer, zu ihren Füßen wurde die Via Aurelia aus dem Fels gesprengt, die sich gen Savona windet. Nun muss man sich entscheiden: weiter entlang der Küste bis nach Genua, eintauchen in pulsierendes Großstadtleben und die aufregendste Altstadt Italiens, ja vielleicht Europas erkunden? Oder einen sehr, sehr großen Bogen auf verwinkelten Apenninsträßchen um die Hafenstadt schlagen. Aber Vorsicht: Beim Ausflug ins Grüne wird der Gleichgewichtssinn von morgens bis abends auf eine harte Probe gestellt, denn so lang wird man brauchen für die Achterbahn in den Bergen. Camogli, Portofino, Sestri Levante – stolz und elegant räkeln sich die Orte der Riviera di Levante an ihren traumhaften Buchten, dann schlägt sich selbst die Hauptstraße kurvig in die Berge. Und kehrt zurück an den wohl schönsten Küstenabschnitt, die Cinque Terre. Schroffe Klippen und steile Weinberge ragen hier ins Meer, oben kurvt ein Sträßchen am Abhang, unten türmen sich fünf wellenumtoste Dörfer am steilen Ufer. Schmale Wege führen hinunter, und wenigstens eins der Dörfer muss man einmal besucht haben. Das malerische Portovénere noch, dann kann man beruhigt heimkehren. Man hat die ganze Pracht Liguriens gesehen.

Eher etwas für den Jahresurlaub mit Badeaufenthalten. Eine Woche sollte aber mindestens sein.

 

Highlights

Charakter: Teils Küstenstraße mit vielen Stadtdurchfahrten, teils kurvige Bergstraßen.
Reisezeit: Wer nicht baden will, fährt im Frühjahr oder Herbst. In den Sommerferien ist die Küstenstraße Via Aurelia hoffnungslos überfüllt.
Übernachten: An der Küste ist vom einfachen Hotel bis zur Luxusherberge alles vorhanden  Günstiger kann man in einigen Bergdörfern übernachten, die auch nicht weit vom Meer entfernt sind.
Nicht versäumen: Hinterland von San Remo, »Bucht der Stille« in Sestri Levante, Erkundung eines Cinque-Terre-Dorfs, Stadtbummel in Genua
Karte: Kümmerly + Frey Blatt 6 »Ligurien«
Infos / Hotelbuchungen:
www.liguriaplanet.com
www.turismoinliguria.it
www.itwg.com

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 8/2008

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