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Hart am Wind
Seeland

Hart am Wind

Länge: 700 km
Dauer: 2-3 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Dänemark

Wenn es ums Motorradfahren geht, findet Dänemark nicht allzu viel Beachtung. Dabei hat gerade Seeland, die größte Insel des Landes, nicht nur viel Erholsames zu bieten – manchmal gibt es sogar Kurven!

Einmal in Schräglage über Dänemarks größte Insel. Was zugegeben weniger an den Kurven als am Wind liegt, der ständiger Begleiter auf unserer Route entlang traumhafter Strände ist. Und wo sonst kann man schon ein Rendezvous mit einer Meerjungfrau haben?

Dänemark ist flach. Stimmt! Und hat nichts für Motorradfahrer zu bieten. Stimmt nicht! Wer sich bei unseren nördlichen Nachbarn nicht nur auf das Durchreisen beschränkt, wird schnell erkennen, dass das Klischee »zu langweilig zum Motorradfahren« nicht stimmt. Seeland erreicht man klassisch: Über die »Vogelfluglinie « von Puttgarden nach Rødby geht es mit der Fähre. Wer Seeland wirklich erleben will, der sollte sich an die Küste halten. Es geht vorbei an endlosen Sandstränden, dazwischen immer wieder kleine Dörfer, die sich manchmal hinter den Dünen zu verstecken scheinen. Wer nicht gerade zur Hochsaison fährt, der ist meist mit sich und seinem Motorrad allein. Auf keinen Fall sollte Køge links liegen gelassen werden. Die Stadt, die einst vom Hering lebte, ist ein dänisches Kleinod mit bunten Häusern und engen, kopfsteingepflasterten Gassen. Den Hering, der einst in riesigen Schwärmen durch den Øresund zog, gibt es kaum noch, und so liegen nur noch wenige Kutter im Hafen von Køge.

 

Kopenhagen lassen wir zunächst außer Acht. Es geht weiter der Küste entlang, und dort kommt niemand an Helsingør vorbei. Egal, auf welcher Straße man dort unterwegs ist, früher oder später landet man im Hafen. Freunde englischer Literatur sollten sich auch Schloss Kronenborg nicht entgehen lassen, denn dieses Renaissance- Bauwerk diente Shakespeare als Kulisse für seinen »Hamlet«. Hinter Helsingør geht es immer hart am Wind. Vorbei an Gilleleje, dem Paradies für Kite- Surfer, die der Wind bis zu mehreren Sekunden aus dem Wasser katapultiert. Bis zum Isefjord führt die Straße an der Küste entlang, und fast ständig weht eine Brise Seeluft landeinwärts. Dann ist erst einmal Schluss. Der Isefjord kann nur mit der Fähre überquert werden. Zeit, nach Kopenhagen zu fahren. Sicher, Großstädte sind nicht die erste Wahl, wenn es um Motorradtouren geht, aber Kopenhagen lohnt. Über Roskilde, wo jeden Sommer das größte Rock-Festival des Nordens stattfindet, geht es in Richtung der dänischen Hauptstadt.

Roskilde – Kopenhagen ist nur ein Steinwurf, doch bevor es in die Innenstadt geht, steht ein Pflichtbesuch an. Ein Rendezvous mit »Den lille Havfrue « muss sein, sonst war man nicht in Kopenhagen. Wer mit der Meerjungfrau allein sein möchte, der sollte am späten Abend oder frühen Morgen kommen. Tivoli und Christiania sind ein weiteres Muss in der Stadt. Der mehr als 150 Jahre alte Amüsiertempel Tivoli, den geschätzt schon mehr als 300 Millionen Menschen besucht haben, und der Freistaat Christiania, ein kleines Viertel, in dem seit den frühen 1970er Jahren die Anarchie gelebt wird. Einen Blick wert ist auch die Øresundbrücke, die seit zehn Jahren Dänemark mit Schweden verbindet. Wer mit seinem Motorrad mal eben schnell nach Schweden rüberspringen will, muss dafür knapp 20 Euro (einfache Fahrt) bezahlen. Dafür gibt es bei heftigem Wind auf der fast acht Kilometer langen Strecke ein Schräglagen- Erlebis ganz anderer Art. Für den Rückweg nach Rødby hat man die Qual der Wahl: ent-weder wieder entlang der Küste oder diesmal durch das Landesinnere über Ringsted und Næs te ved. Eine Alternative, über die sich nachzudenken lohnt, denn dort geht es noch beschaulicher zu als am Meer.

Zwei bis drei Tage sind Minimum

Highlights

Charakter: Beschauliche Tour durch Küstenlandschaft, mit kulturellen Sehenswürdigkeiten garniert
Reisezeit: Von Mitte Mai bis Mitte September sollte das Klima passen
Übernachten: Großes Angebot an Hotels und »Kros« (viele dieser Gaststätten vermieten auch Zimmer), das Angebot an Campingplätzen ist riesig, dort können auch kleinere Hütten gemietet werden. Ferienhäuser werden meist nur wochenweise vermietet
Nicht versäumen: Køge, Kopenhagen (Tivoli, Meerjungfrau, Schloss, Hafen, Freistaat Christiania), Schloss Kronenborg
Karte: Dänemark Regionalkarte 3: »Seeland, Kopenhagen, Bornholm«, 9,90 Euro
Infos/Hotelbuchungen: www.visitdenmark.com

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 7/2010

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