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In der Sonnenstube
Tessin

In der Sonnenstube

Länge: 480 km
Dauer: 3 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Schweiz

Regionen

Tessin

Sonnenverwöhnt und schon von Italien geprägt zeigt sich der südlichste Kanton der Eidgenossen. Kombiniert mit einem Stück Wallis lockt die »Schweizer Sonnenstube« zur traumhaften Runde.

»Schweizer Sonnenstube« wird das Tessin genannt. Als wäre das nicht Verlockung genug, erwarten einen hier auch der Lago Maggiore, der höchste Pass der Schweiz und die einzigartige Tremolastraße.

Ab in den Süden. Ob als Ergänzung der vorher beschriebenen Zentral-Schweiz-Tour oder für sich allein gefahren – eine Runde ins Tessin, wo die Schweiz fast schon Italien ist, lohnt immer. Betreten wir die »Schweizer Sonnenstube« über den Lukmanierpass (1916 m), dessen fahrerische Herausforderungen sich in Grenzen halten, der das aber mit atemberaubender Landschaft mehr als wettmacht. Muss er auch, denn unten in Biasca, wo man auf die Gotthard-Route trifft, steht einem zugegebenermaßen erstmal eine kurze Durststrecke bevor. Dann aber taucht das Blau des Lago Maggiore vor einem auf und befriedigt alle Sehnsüchte. Locarno mit seinen Palmen, Mimosen und Magnolien präsentiert sich im Blütenrausch, und ob des traumhaften Anblick des Sees wird manch einer direkt zu seiner Umrundung aufbrechen. Was ganz sicher kein Fehler ist, aber das steht auf einem anderen Blatt, denn wir wollten ja in der Schweiz bleiben, und dazu gehört nur der nördlichste Zipfel des Lago Maggiore.

Also ein Bummel über Asconas mondäne Seepromenade, dann ein paar Kehren hinauf ins bezaubernde Ronco, wo einem der See zu Füßen liegt und die Villen ein wenig neidisch machen. Hat man sich sattgesehen an all dem mediterranen Ambiente – falls das überhaupt möglich
ist –, der Aufbruch in ein ganz anderes Tessin.

Als 30 Kilometer lange Sackgasse führt die Straße durchs Val Verzasca, wo die ursprünglichen Tessiner Häuser wie Schwalbennester an den Hängen kleben und sich James Bond in »Goldeneye« von der Staumauer in die Tiefe stürzte. Gleich nebenan findet sich mit dem Valle Maggia noch ein Tal von ursprünglicher Schönheit, das die doppelte Befahrung lohnt, dann stellen die Kurven des Centovalli den Gleichgewichtssinn auf die Probe.

Ein Zipfel Italiens ragt hier in die Schweiz, dessen Durchquerung eine Freude ist, dann empfängt einen das Wallis direkt mit der überwältigenden Gondo- Schlucht, einem der wildesten Engpässe der Alpen. Weiter kurvt die Straße hinauf auf den 2005 Meter hohen Simplonpass, dann trifft man in Brig auf die Rhône. Ein Stück weit am Ufer entlang, dann führt der höchste Pass der Schweiz zurück ins Tessin. 2478 Meter misst der Nufenenpass, der solch umwerfende Ausblicke auf die Gletscherwelt der Berner Alpen parat hält, dass man Mühe hat, den Kehren die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Die ist auch am St. Gotthardpass vonnöten, denn auf der alten Tremolastraße tastet man sich auf Kopfsteinpflaster die 24 Kehren hoch auf 2108 Meter. Hinunter nach Andermatt, dann ist der Anschluss an die Zentral-Schweiz-Runde erreicht. Aber wem schon ganz schwindlig ist, der kann über den Oberalppass den Ausflug in die Sonnenstube auch guten Gewissens beenden.

Drei Tage sollte man mindestens einplanen, allein die Fahrt durch die Tessiner Täler nimmt gehörige Zeit in Anspruch.

Highlights

Charakter: Mal hochalpin mit vier Alpenpässen, mal mediterran am Lago Maggiore. Fahrerisch anspruchsvoll
Reisezeit: Schon früh im Jahr wird das Tessin seinem Namen als Sonnenstube gerecht, Lukmanier- und Simplonpass sind oft schon passierbar, der Nufenen aber nur im Sommer.
Übernachten: In Brissago am Lago Maggiore findet sich ein TF-Partnerhäuses, mehrere weitere im Wallis.
Nicht versäumen: Altstadt und Uferpromenade von Ascona, St. Gotthard-Museum auf der Passhöhe, für Mutige: Bungee-Jump am Verzasca-Staudamm (www.trekking.ch)
Karte: Generalkarte Schweiz 1 und 2 je 6,50 Euro
Infos / Hotelbuchungen:
www.MySwitzerland.com
www.tourenfahrer-hotels.de);

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 8/2009

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