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Wellenberge
Pyrénées Atlantiques

Wellenberge

Länge: 300 km
Dauer: 2-3 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Frankreich

Regionen

Pyrenäen

Wie die tosende Atlantikbrandung staffeln sich gleich nebenan die Pyrenäengipfel. Baskenland und Béarn sind eine Verlockung im Südwesten Frankreichs.

Dort, wo die Sprache so furchtbar seltsam klingt, stürzen sich die Berge ins Meer. Im Baskenland streift unsere Route pompöse Badeorte und bildschöne Dörfer, bevor die Straßen hoch hinauf führen auf kaum bekannte Pyrenäenpässe und zu vergessenen Bergweilern in spektakulärer Lage. Region: Baskenland, Pyrénées Atlantiques

Ongi etorri! Zweifeln Sie nicht an Ihren Sprachkenntnissen, Sie sind noch in Frankreich. Im Baskenland allerdings, und dort heißt man Sie auf Euskara, der geheimnisvollen baskischen Sprache, willkommen. Keine Angst, im französischen Teil des Baskenlands treiben keine Separatisten ihr Unwesen, oder haben Sie schon mal von einem Bombenanschlag in Biarritz gehört? Richtig, das bekannte Seebad ist genauso baskisch wie die weniger besuchte Nachbarstadt Bayonne, und beide zusammen bilden den umwerfenden Beginn einer Reise durchs Département No. 64 – Les Pyrenées- Atlantiques.

Im Schatten von drei, vier Stockwerken hohen Fachwerkhäusern einen Happen »Jambon de Bayonne«, den besten Schinken Frankreichs schlemmen, dann weiter nach Biarritz. Pompöse Belle-Époque- Bauten säumen die Promenade, schroffe Felsen lugen aus dem Meer, und in der Brandung surfen die Wellenreiter – ein grandioser Anblick. Und bloß nicht den von Gischt umtosten Jungfrauenfels versäumen, auch wenn man nur zu Fuß hinüber darf und vielleicht nicht trocken bleibt. Wofür haben wir uns schließlich in Gore-Tex gewandet? Als Nächstes St.-Jean-de-Luz, das malerische Hafenstädtchen, dann Kurven kratzen auf der Corniche Basque. Nur ein paar Kilometer zwar bis Hendaye, aber die sind ein Traum. Rechts brandet die See an den Fels, links recken sich die Pyrenäengipfel gen Himmel. Denen fahren wir nun entgegen. Durch schmucke Dörfer in rot-weißem Fachwerk, auf der handtuchbreiten, aus dem Fels gehauenen D 349 entlang der Nive und dann auf holprigem Bergsträßchen hoch zum Artza mendi. Gänsegeier kreisen über den Köpfen, und ringsherum scheinen die Berge anzubranden wie gerade noch der Atlantik. Ein Ort, den man so schnell nicht vergisst.

Schnelle Kurven führen nach St.-Jean-Pied-de-Port, und wenn Sie schon immer mal über Pässe mit Namen wie Col de Burdincurutcheta oder Col Bagargui fahren wollten, bietet Ihnen die D 18 jetzt die Chance dazu. Ansonsten ein wenig surfen übers gewellte Hügelland der Nachbarprovinz Béarn, dann hoch zum Pas de Guilhers. Nein, nicht hinüber nach Spanien, schon vorher windet sich eine schmale Forststraße zwischen den Gipfeln hindurch und trifft im Tal der Aspe auf die N 134. Lescun, das wohl schönste Pyrenäendorf, ist ein Muss, dann ein großer Bogen bis Laruns. Jetzt über den traumhaften Col d’Aubisque und dann nach Lourdes? Oder den Col du Tourmalet auch noch mitnehmen? Wie auch immer, Hauptsache, Sie landen am Ende in Pau. Der dortige Aus blick auf die Pyrenäen sei wie eine Symphonie in A-Dur, schwärmte Kurt Tucholsky. Und das ist er immer noch.

 

Highlights

Charakter: Kurzer Bummel an der Küste, dann meist sehr kurvige, oft auch kleinste Bergstraßen
Reisezeit: Frühjahr bis Herbst. Abhängig vom Schneefall können hohe Pässe wie der Col d’Aubisque relativ lange gesperrt sein.
Übernachten: Der Tourismus konzentriert sich auf die Küste, aber wer nicht im kleinsten Bergdorf sucht, findet auch genügend, meist preiswerte Hotels im Hinterland.
Nicht versäumen: Stadtbummel in Bayonne, Jungfrauenfels in Biarritz, Baskendörfer
Karte: Michelin 342 »Baskenland - Pyrenäen«
Infos / Hotelbuchungen:
de.franceguide.com

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 6/2009

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