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Alle Neune!
Graubünden

Alle Neune!

Länge: 460 km
Dauer: 2-3 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Schweiz

Regionen

Graubünden

Neun Alpenpässe, die legendäre Schlucht Via Mala, der reißende Inn und malerische Ortskerne im Engadin – eine Tour durch Graubünden ist ein Volltreffer.

Verstehen wird man hier kaum ein Wort, wo die Sprache Rätoromanisch ist. Muss  nicht – die atemberaubenden Pässe, die legendäre Via Mala und das bezaubernde Engadin sprechen ja für sich.

Eine Runde durch die Schweiz, und wir fahren zu Beginn erstmal von Österreich nach Italien? Auch wenn es patriotischen Eidgenossen aufstoßen mag, aber vom Fins - termünzpass aus muss schließlich nur noch der Reschenpass über quert werden, schon kann man sich die 48 Kehren des Stilfser Jochs hinaufschrauben. Italien, gewiss, aber ein legenärer Pass, und von hier führt zudem der Umbrailpass (2501 m) hinein in die Schweiz, ins abgeschiedene Val Müstair nämlich. 34 Kehren und ein geschottertes Teilstück sind doch auch kein schlechter Empfang, oder? Der Ofenpass (2149 m) in unberührter Alpenlandschaft folgt auf dem Fuße, dann nehmen wir Kurs auf St. Moritz. Bevor der mondäne Promi-Ort die Reisekasse verschlingt, aber lieber vorher abbiegen auf den 2312 Meter hohen Albulapass, der neben frechen Schräglagen auch noch Ausblicke auf die spektakuläre Trassenführung der Albulabahn beschert.

 

Von Tiefencastel aus schwingt man durchs Oberhalbstein allmählich dem 2284 Meter hohen Julierpass entgegen, wo sich bei der Abfahrt ganz überraschend der Anblick der vergletscherten Berninagruppe und der Oberengadiner Seen auftut – eine Augenweide. Und wieder stehen wir vor den Toren von St. Moritz – und wieder setzen wir den Blinker in die andere Richtung. An den Ufern von Lago da Silvaplauna und Lago da Segl entlang, und plötzlich stürzt die Straße ins Tal. Malojapass nennt sich das, aber für den, der aus dem Engadin kommt, ist es mehr ein kontrollierter Absturz aus 1815 Meter Höhe. Unten im Bergell, wo sich charmante Orte zwischen die Granitriesen klammern, ist das nahe Italien schon zu spüren, wenig später dann erreicht. Knapp 40 kurvige Kilometer »bella Italia«, dann weht kurz hinterm Scheitel des kehrenreichen Splügenpasses (2113 m) wieder die Schweizer Flagge. Ein paar Kilometer nur, dann ist der Hinterrhein erreicht, und selbstverständlich scheren wir auf die alte Via-Mala-Straße ein. Wer Zeit hat, stiefelt schon in die Roflaschlucht kurz vor Andeer, ein Abstecher per pedes in die Via Mala, die legendäre Klamm des Hinterrheins, muss aber in jedem Fall sein.

In Thusis halten wir uns Richtung Davos, mit 1560 Metern höchstgelegene Stadt Europas vor begnadeter Kulisse, dann schrauben wir uns den letzten Pass dieser Runde empor. Einmal noch hoch auf 2383 Meter, dann entlässt uns der Flüelapass ins Unter-Engadin. I mmer am Inn entlang führt die Straße nun wieder zum Ausgangsort, aber wenigstens einer der Orte am Wegesrand gehört besucht. Hier sind die schönsten Engadiner Häuser zu sehen, und Guarda mit seinem »Ortsbild von nationaler Bedeutung « ist sicher nicht der schlechteste Ort, um das letzte Mal den Motor zu stoppen.

Zwei Tage sollten Minimum sein, nach oben hin gibt es keine Grenzen.

Highlights

Charakter: Sehr abwechslungsreiche Tour, bei der insgesamt neun Pässe befahren werden. Nichts für Anfänger!
Reisezeit: Abhängig vom Schneefall. Von Juni bis September werden aber sämtliche Pässe geräumt.
Übernachten: Einige TF-Partnerhäuser liegen entlang oder nahe der Route, auch sonst großes Angebot an Hotels.
Nicht versäumen: Wanderung durch die Via Mala oder die kaum weniger spektakuläre Roflaschlucht (Eintritt am Gasthaus Rofflaschlucht); Engadiner Häuser mit Sgraffito-verzierten Fassaden; Verzehr einer Bündner Platte mit geräuchertem Schinken; Nietzsche-Haus in Sils-Maria
Karte: Generalkarte Schweiz 2 (östl. Teil), 6,50 Euro
Infos / Hotelbuchungen:
www.MySwitzerland.com
www.tourenfahrer-hotels.de

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 8/2009

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