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Blaues Wunder
Gardasee

Blaues Wunder

Länge: 310 km
Dauer: 2 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Italien

Regionen

Gardasee , Alpen

Wie ein Fjord ragt Italiens schönster See hinein in die Steilwände der Alpen. Klar, dass man als Motorradfahrer auch abseits des Ufers gut aufgehoben ist.

Italiens schönster See hat mit der Uferstraße »Gardesana Occidentale« eine der schönsten Strecken Europas zu bieten. Unsere Route führt jedoch nicht nur um den See, sondern auch in die Berge rundum, wo mit dem »Croce Domini« einer der spektakulärsten Alpenpässe wartet.

Sie haben ihn noch nie umrundet? Dann wird es aber Zeit. Nein, nicht am Wochenende oder in der Ferienzeit, wenn sich die doppelstöckigen Reisebusse Stoßstange an Stoßstange stauen, sonst aber ist der Gardasee ein Traum. Gut 130 Kilometer Uferstraße, zypressenbestanden, ganz eng an steil aufragende Felswände gedrängt, durch spektakulär  Tunnels, vorbei an Seepromenaden und durch Palmenalleen. Dazwischen romantische Orte wie Limone und Malcésine, deren Klang allein schon unsere Eltern träumen ließen vom Land, wo die Zitronen blühen. Sicher, das flache Ostufer ist bei weitem nicht so reizvoll wie die gegenüberliegende »Gardesana Occidentale«, eine der schönsten Straßen der Welt. Aber dafür kann man von dort aus halt den Anblick der ganzen Pracht genießen.

Sightseeing-Runde beendet? Dann los zu einer Tour, die keine Geraden mehr kennt. Von Riva aus noch mal die Gardesana entlang, bis kurz vor Campione mitten im Tunnel der Wegweiser nach Pieve zeigt. Was für eine Strecke – ein steiler, enger Lindwurm windet sich zwischen efeuumranktem Fels die Brasa-Schlucht hinauf, sogar ein Wasserfall wird über die Straße geleitet, und oben in Pieve lockt die unglaubliche »Schauderterrasse« de  Hotels Paradiso Schwindelfreie zu einem Cappuccino über dem Abgrund. Weiter hinauf und über die Hochebene von Tremósine kurvt das spektakuläre Sträßchen, stürzt sich dann am »Balkon« von Tignale vorbei wieder atemberaubend hinab ans Seeufer. Im winzigen Hafen des zauberhaften Villa lässt sich unter Zitronenbäumen rasten, dann aber endgültig hinauf in die Berge.

Serpentine um Serpentine gewinnt die Straße von Gargnano aus an Höhe, wenig später wedelt man am Ufer des einsamen, tiefgrünen Stausees Lago di Valvestino entlang, dessen Arme wie Fjorde zwischen die bewaldeten Bergrücken fingern. Und noch ein See taucht bald auf, der Lago d´Idro, dessen Ufer wir aber bald wieder verlassen. Hoch zum Maniva – aber Vorsicht. Wer den Anstieg von Anfo aus wählt, könnte enttäuscht werden. Sicher eines der spektakulärsten Bergsträßchen überhaupt, aber oben, kurz vorm Pass, wo man längst über Schotter rumpelt, ist die Straße seit Jahren von einem Erdrutsch weggerissen. Endstation, hier geht’s höchstens für todesmutige Trialer weiter.
Erklimmen wir die Passhöhe also vom hübschen Bergdorf Bagolino aus, schrauben uns hinauf zum 1664 m hohen Maniva und fahren weiter bergwärts. Nur ein paar Kilometer, dann endet der Asphalt, die spektakuläre Höhenstraße windet sich als staubige Piste durch überirdisch schöne Hochgebirgsszenerie und trifft erst am Croce Domini wieder auf Asphalt. Doch keine Angst, um das Natursträßchen zu befahren, muss man kein versierter Offroader sein  hier geht’s selbst für Gold Wings weiter. Hinab kurvt die Straße durch die Einsamkeit des Caffaro-Tals, und wer schließlich von Storo aus durchs tief eingeschnittene Ampola- und Ledro-Tal wedelt, der hat das Geradeausfahren schnell verlernt. Vielleicht ganz gut, dass Riva am Gardasee bald erreicht ist.

Pro Runde sollte ein kompletter Fahrtag eingeplant werden.

Highlights

Charakter: Beschauliche Sightseeing-Tour am Seeufer und extrem kurvige Bergrunde auf schmalsten Sträßchen.
Reisezeit: Werktags im Frühjahr und Herbst, im Sommer und an Wochenenden ist der See hoffnungslos überfüllt.
Übernachten: Am besten zwischen Riva und Gargnano, um bei der Bergrunde nichts doppelt zu fahren. An Unterkünften aller Kategorien herrscht außerhalb der Ferien selten Mangel.
Nicht versäumen: Stadtbummel in Riva, Uferpromenade in Garda, »Schauderterrassen« in Pieve, Burg von Sirmione
Karte: Kümmerly + Frey Blatt 3 »Trentino / Südtirol«
Infos / Hotelbuchungen:
www.trentinoinmoto.com
www.gardasee.de
www.gardasee.com
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Aus dem Heft:
Tourenfahrer 8/2008

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