" Tour | Tourenfahrer
 Nah am Wasser gebaut
Küstenstraße 17

Nah am Wasser gebaut

Länge: 500 km
Dauer: 3-4 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Norwegen

Sie gehört zu den schönsten Straßen Skandinaviens und ist zudem wenig befahren. Die Küstenstraße 17 zwischen Trondheim und Narvik ist eine echte Alternative zur turbulenten E 6.

Unsere Tour entlang der norwegischen Küstenstraße 17 entführt Sie auf eine der schönsten Straßen Skandinaviens. Seefest sollten Sie aber sein –wenn die 17 auf Wasser stößt, geht es mit der Fähre weiter – und das mehr als einmal.

Die »17« braucht Zeit. Der Riksveien entlang der Küste ist nichts für eilige Gemüter, denn diese Straße hat Lücken, sechs an der Zahl. Immer wieder stößt die »17« auf Wasser, dann geht es nur mit der Fähre weiter. Und das kann dauern und entschleunigt den Lebensrhythmus. Im Norden beginnt die Küstenstraße mit einem Naturschauspiel. Kurz nachdem die »17« in der Nähe von Bodø Richtung Süden abzweigt, ist das Megaspektakel zu sehen. Der Saltstraumen ist der Welt größter Gezeitenstrom. Alle sechs Stunden zwängen sich an die 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch eine Meerenge. Je nach Ebbe oder Flut strömen die Wassermassen mit ungeheurer Wucht und mehr als 30 Stundenkilometern vom Saltfjord in den Skerstadfjord oder umgekehrt. Dann tanzen wilde Strudel auf der Oberfläche, und es kommt dabei zu einer physikalischen Sensation. Zwischen Ufer und der Mitte der Strömung beträgt der Unterschied des Meeresspiegels bis zu einem Meter, die Oberfläche des Wassers wölbt sich zu einer Kuppel.

Gleich hinter dem Saltstraumen steigt die Straße an, es geht hinauf zum Skånlands fjell. 511 Meter hört sich nicht gewaltig an, aber so hoch im Norden kann sich an nicht ganz so sonnigen Tagen ein solcher Höhenunterschied schon unangenehm bemerkbar machen. Doch die Straße bleibt nicht lange auf dieser Höhe und windet sich schnell wieder zurück auf Meeresniveau.

Die »17« führt durch Ørnes und Glomfjord, Orte mit nicht mehr als 3000 Einwohnern. Dort oben, im Angesicht des Polarkreises, sind das schon echte Metropolen. Vor allem Glomfjord, der Industriestandort mit einem der größten Wasserkraftwerke des Landes. Hinter Glomfjord geht es wieder nach oben, diesmal steil. Die Straße windet sich im Kreis. Um schnell Höhe zu gewinnen, haben die Straßenbauer eine Spirale in den Felsen gefräst. Wer darin verschwindet, sieht für eine Weile keinen Himmel. Denn direkt hinter diesem Anstieg beginnt der Svartisentunnel. Eine 7600 Meter lange Röhre, die unter dem gleichnamigen Gletscher hindurchführt. Gleich dahinter der Engabreen, ein Ableger des Svartisen-Gletschers. Doch diese Attraktion ist vergänglich und wohl nur noch wenige Jahre zu sehen, denn das Eis des Engabreen schmilzt im dramatischen Tempo.

Dann, nach fast 150 Kilometern, die erste Unterbrechung. Die »17« stößt auf Wasser. Keine Viertelstunde dauert die Überfahrt, und es kann im Sattel weitergehen, doch nur für einige wenige Kilometer. Dann steht die längste Fährpassage der Route bevor. Auf der zweistündigen Überfahrt von Jektvik nach Kilboghamn tuckert das Schiff über den Polarkreis. Die »17« klebt weiter an der Küste. In Nesna wartet schon das nächste Schiff, denn die Fahrpläne der einzelnen Fährverbindungen sind aufeinander abgestimmt. Bis Levang sind es nur 20 Minuten Schiffpassage. Kurz darauf wartet ein monumentales Bauwerk, die Helegelandsbrua. Sie überspannt den Botenfjord, auf dessen anderer Seite Sandessjøen liegt. Keine 40 Kilometer und zwei Fähren weiter ist Brønnøysund erreicht. Der Polarkreis liegt nun schon einige Kilometer zurück, was man der Vegetation ansieht. Das Land ist grüner, nicht mehr so schroff und karg wie weiter im Norden. Noch einige Kilometer folgt die »17« dem Küstenverlauf, bevor sie sich ins Landesinnere zurückzieht und bei Steinkjer wieder auf die E 6 trifft.

Fahrzeit: Drei bis vier Tage, so bleibt Zeit, den ein oder anderen Abstecher auf eine der Inseln zu machen.

 

Highlights

Charakter: Tour durch raue Natur, die entlang der norwegischen Küstenlandschaft führt
Reisezeit: Anfang Juni bis Ende August
Übernachten: Camping oder in Hütten, die es auf jedem Campingplatz zu mieten gibt
Nicht versäumen: Gezeitenstrom Saltstraumen, Engabreen-Gletscher
Karte: Kümmerly & Frey-Karten Mittel-Norwegen 4, »Brønnøysund, Bodø, Narvik«, 11,90 Euro
Infos/Hotelbuchungen:
www.visitnorway.com/de,
www.visitnorway.com/de/Stories/Norway/Nordnorwegen/Die-Lofoten-Inseln/

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 7/2010

Titel

zum Heft    zum Artikel

Download

Diese Tour kaufen ( 1,99 € , inkl. MWST. )