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Wie im Bilderbuch
Toskana

Wie im Bilderbuch

Länge: 250 km
Dauer: 2 Tage

Terrain

Standard Road

Länder

Italien

Regionen

Toskana

Von Menschenhand geformt, präsentiert sich die Toskana als einzigartige Gartenlandschaft, die sich durchaus abseits der Touristenströme entdecken lässt.

Wo Italien wie im Bilderbuch auftritt, zieht es Touristen aus aller Welt hin. Doch keine Angst, die ursprüngliche Toskana lässt sich noch entdecken. Auch kleinste Sträßchen und Schotterwege führen quer durch die Gartenlandschaft, hin zu Orten, die man einfach gesehen haben muss.
Gewelltes Land unter blau getünchtem Himmel, Zypressen, die sich mal zu Alleen aufreihen, mal als dicht gedrängte Gruppe einen kahlen Hügel krönen. Hier und da ein verträumtes Landhaus, das neidisch machen könnte, und natürlich der Chianti, der hier ja in Strömen fließen muss. Wie wohl von keiner zweiten italienischen Landschaft hat man ein klares Bild von der Toskana im Kopf. Wohl deshalb kommen sie auch alle her, um die alte Kulturlandschaft mit eigenen Augen zu bewundern, ja, vielleicht sogar hier ihren Altersruhesitz endlich zu finden. Aber keine Angst, dem Ansturm kann man entfliehen, ein wenig Heile-Welt-Toskana lässt sich noch immer entdecken.

Lucca etwa, von der größten erhaltenen Stadtmauer Europas komplett umringt und vielleicht die schönste der toskanischen Städte, schon weil der Tourismus einen großen Bogen um sie macht. Nur ein paar Kilometer lang muss man sich beim Verlassen der Stadt in Geduld üben, dann erklimmt ein winziges Sträßchen die Monte Pisano, von wo man hinabschauen kann auf das rote Dächermeer Pisas und weiter bis aufs Meer. Eine kurze Durststrecke noch bis Casciana Terme, dann kann man sich ganz der Landschaft hingeben. Nein, Spektakuläres darf man hier noch nicht erwarten, die Klischee- Toskana schon gar nicht. Hier und da ein Weiler inmitten grüner Hügel, dazwischen tausend Kurven und garantiert kein Reisebus. Hinter Casino di Terra folgt dann der Paukenschlag – jedenfalls, wenn man keine Angst vor geschotterten Sträßchen hat. Links und rechts stehen die Zypressen Spalier, wenn man sich durch die Hügel windet, uralte Höfe und Landhäuser passiert und das Bild im Kopf endlich zu atemberaubend schöner Realität geworden ist. Volterra hat man dagegen sicher nicht für sich allein. Die mittelalterliche Stadt hat jeder Reiseveranstalter im Programm, aber wer hier nächtigt, wenn die Massen längst wieder weg sind, wird verzaubert sein von der rätselhaften Schönen auf dem schroffen Hügel.

Auch hinüber nach San Gimignano lässt sich auf winzigem Sträßchen durch ersehnte Gartenlandschaft kurven, denn ein Besuch des »Manhattan des Mittelalters« mit seinen 15 aufragenden Geschlechtertürmen muss einfach sein. Und sei es, um die Busladungen von Japanern und Amerikanern wenigstens einmal gesehen zu haben. Bis Colle di Val d’Elsa noch ein wenig Bilderbuch-Toskana, dann wird die Landschaft rauer, prägen trutzige Castelli und steinmauergesäumte Felder das Bild. Ein Bild, das niemals geradesteht, denn geradeaus geht es hier nirgendwo. Hoch über die Dächer von Siena ragt der gestreifte Campanile, und wer den Fußmarsch in die Altstadt scheut, dem ist nicht mehr zu helfen. Unglaublich, aber selbst Trattorien, die nichts mit Tourismus zu tun haben, findet man in der gotischen Stadt. Nur nicht grad am muschelförmigen Campo ... Die SS 222 muss man bis Florenz nicht mehr verlassen. Sie ist schließlich die »Chiantigiana«, an der sich die Weinorte und -berge wie an einer Perlenkette aufreihen. So wie sie es in unserem Bild im Kopf ja schon einmal getan haben.

Das grüne Herz Italiens – die schönste Mischung aus Kurven und Kultur.

Zwei Tage sollte man für die Runde einplanen, wenn man nicht nur die Straße erkunden will. Und dann ist da ja noch Florenz ...

 

Highlights

Charakter: Meist kurvige Tour durch toskanische Hügel, teilweise auf Schottersträßchen.
Reisezeit: Frühjahr und Herbst bieten sich an, im Sommer kann es sehr heiß werden.
Übernachten: Eine Bleibe in Volterra ermöglicht, die Stadt nach der Abfahrt der Reisebusse ungestört zu erkunden. Wer Siena als Übernachtungsort wählt, wird wohl so schnell nicht wieder wegkommen, da es unendlich viel zu sehen gibt.
Nicht versäumen: Altstadt von Lucca und Spaziergang auf dem Mauerring, Rundgang in Volterra, Campo von Siena
Karte: Kümmerly + Frey Blatt 8 »Toscana«
Infos / Hotelbuchungen:http://www.itwg.com
www.turismo.toscana.it
www.enit.it
www.itwg.com

Aus dem Heft:
Tourenfahrer 8/2008

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