Sicher Motorradfahren bei Nässe

Klamme Klamotten, schlechte Sicht, die Reifen kalt, die Stimmung auf Halbmast: Das kann einem in den regenreichen Wintermonaten durchaus passieren. Wir erklären, wie man sicher durch die ungemütliche Jahreszeit kommt.

Kaum jemand wird von sich behaupten, gern und mit Genuss im Regen zu fahren. Die große Mehrheit findet das schon in der warmen Jahreszeit nicht angenehm, und dennoch treibt es immer mehr von uns auch im Winter, der jederzeit für feuchte Überraschun­gen gut ist, auf die Straße. Sei es, weil man wegen des milden Klimas an vielen Tagen auch per Zweirad zur Arbeitsstelle fahren kann, oder auch, weil selbst im Januar oder Februar immer wieder akzeptable Wetterbedingun­gen zu einer Spontantour verlocken. Was nicht zwingend bedeutet, dass man auch trocken wieder heimkommt...

Fahrweise bei Nässe

Vorausschauend fahren heißt in erster Linie: Tempo – und da­mit auch den Bremsweg – der bei Regen stark verringerten Sichtweite anpassen, um Hindernisse jeglicher Art rechtzeitig wahrnehmen und ohne Hektik darauf reagieren zu können. Straße »lesen«. Die Fahrbahnbeschaffenheit hat bei Nässe ihre speziellen Tücken: Kanaldeckel, rutschige Markierungen, wassergefüllte Rinnen, Öl- und Dieselspuren, Laubreste, Bitumenflicken, Straßenbahnschienen, Kopfsteinpflaster. Über »Hindernisse« dieser Art in möglichst stumpfem Winkel bzw. mit geringer Schräglage rollen, abrupte Lenkkorrekturen vermeiden.

Runder Fahrstil

Weder heftig bremsen noch beschleunigen. Nicht am Lenker verkrampfen, sondern locker bleiben, sowohl mit den Händen als auch mit den Knien am Tank. Körper gerade halten, den Kopf nicht in die Schultern einziehen.

Bremsen

Optimal gebremst wird auch bei Nässe vorn. Langsam Druck am Vorderrad aufbauen, dann Bremskraft gefühlvoll steigern, wobei hinten unterstützend mitgebremst wird. ABS-Nutzer sind bei Nässe klar im Vorteil, da sie energischer Druck machen können.

Reifen/Aquaplaning

Gutes Profil und korrekter Luftdruck sind ein Muss; erst beides zusammen ermöglicht auf gefluteter Fahrbahn ein möglichst effizientes »Aufsaugen« und Wegschleudern des unter die Lauffläche geratenen Wassers.

Bekleidung

Helm. Ein neuwertiges, also unverkratztes Visier versteht sich bei schlechten Sicht- und Witterungsbedingungen von selbst. Luftzufuhr an Hals/Kehle nicht völlig »verstopfen« (Halskrause, Schal), damit das Visier nicht beschlägt.
Gesehen werden. Reflektierende Oberbekleidung und Reflexaufkleber am Helm tragen dazu bei, von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden. Auch Autofahrer se­hen bei Regen tagsüber und erst recht in der Dämmerungsphase schlecht!
Hände/Füße. Müssen trocken und auch warm bleiben, damit sie auch in kritischen Situationen gefühlvoll agieren können. Handschuhstulpen bei Regen unter die Jackenärmel einfädeln, damit keine Nässe hineinfließt.

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