Davinci Motor DC100

Fahrender Roboter

Elektromotorrad Davinci DC100

1000 Mikrochips und über 200 Sensoren stecken in der Davinci Motor DC100. Dazu kommen 136 PS Leistung und 850 Newtonmeter Drehmoment des Radnabenmotors. Sieht so die Zukunft des Motorradfahrens aus?

Ausgestattet mit einem gesunden Selbstbewusstsein hat sich eine chinesische Tech-Schmiede den Namen eines des größten Tüftlers der Menschheitsgeschichte ausgeborgt: Leonardo da Vinci. Marketinggerecht gekürzt zu Davinci prangt der Name des italienischen Renaissance-Genies nun auf futuristischen Elektromotorrädern aus dem Reich der Mitte.

Um ihrem Namenspatron gerecht zu werden, haben die Chinesen jede Menge Hightech in ihre DC100 gepackt. Soviel sogar, dass sie von einem Roboter statt einem Motorrad sprechen.

Davinci Motor DC100
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Davinci Motor DC100 Classic

Elektromotorrad mit autonomen Funktionen: Davinci DC100. Links die DC100 rechts die DC100 Classic

Mehr als 200 Sensoren erfassen Informationen über die Umgebung, den Bewegungsstatus des Fahrzeugs, den Straßenzustand, die Batterie- und Motortemperatur, den Schräglagenwinkel und vieles mehr. Zahlreiche Assistenzsysteme werden mit dieser Datenflut gesteuert. Die Funktionen reichen von Altbekanntem wie einer Traktionskontrolle, Berganfahr- und Bergabfahrhilfe bis hin zu futuristischen Features wie einer automatischen Balance.

Elektronische Servolenkung für autonomes Fahren

Auf Basis der Sensordaten stabilisiert eine elektronischen Servolenkung nicht nur in kritischen Fahrsituationen, indem sie das Fahrzeug selbständig in der Vertikalen hält, ist sie auch das Herzstück für autonome Fahrfunktionen. So kann die DC100 beispielsweise selbständig rückwärts ausparken.

Doch damit nicht genug: Im Zusammenspiel mit einer Targeting-Funktion kann die Maschine einem vorher definierten Objekt autonom folgen. Dies kann ein anderes Motorrad ebenso sein wie der Fahrer selbst, der sich von seiner Maschine beim Joggen verfolgen lässt, um bequem nach Hause zurückzukehren.

Radnabenmotor mit 850 Newtonmetern

Die gigantischen Ausmaße der Davinci DC100 sind ihrem riesigen Akkupack geschuldet. 17,7 kWh soll die Kapazität betragen, ausreichen für einen Aktionsradius von 357 Kilometern Reichweite gemäß WLTP-Zyklus. Will man diesen Wert realisieren, darf der Fahrer allerdings nicht zu arg am Gasgriff drehen. Ansonsten saugt der 136 PS starke Radnabenmotor den Energiespeicher schon deutlich früher leer. Satte 850 Newtonmeter beschleunigen die Maschine in unter vier Sekunden von null auf hundert. Bei 200 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit wird abgeregelt.

Doch das Kraftpaket im Hinterrad verbraucht nicht nur Strom. Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und in den Akku eingespeist.

Smartphone als Kommandozentrale

Auf eine Instrumentierung des Cockpits verzichtet Davinci bei der DC100 komplett. Zentrale Steuereinheit und Display ist das Smartphone des Fahrers, auf dem eine spezielle App installiert sein muss.

Alles Science Fiction? Wenn man den Tüftlern von Davinci Motors glauben schenkt, nicht. Sie sind von der Funktionsfähigkeit der Maschine (oder des Roboters?) so überzeugt, dass sie bereits Bestellungen entgegennehmen. Keine Angaben werden allerdings zur Zulassungsfähigkeit gemacht. Allein das Fehlen eines Tachos könnte hierzulande zu einem Problem werden. Ob man die aufgerufenen 27.500 Dollar investiert, sollte also gut überlegt sein.

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