DVR sieht drei Stellschrauben zur Verbesserung der Sicherheit von Motorradfahrern

Mehr Sicherheit für Motorradfahrer

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat drei zentrale Aspekte zur Verbesserung der Sicherheit für Motorradfahrer identifiziert. Doch ein baldiger Rückgang der nach wie vor hohen Opferzahlen ist nicht zu erwarten.

Das Risiko mit dem Motorrad tödlich zu verunglücken ist rund 17-mal höher als mit einem Pkw – bei deutlich geringerer Jahreskilometerleistung und einem gut 90 Prozent geringerem Bestand. Während die Zahl der Verkehrstoten bei den Autofahrern in den vergangenen 15 Jahren um etwa 63 Prozent zurückgegangen ist, waren es bei den motorisierten Zweiradfahrern rund 37 Prozent.

Verbesserte Technik

ABS ist auch bei Krafträdern mittlerweile Standard und seit diesem Jahr verpflichtend für neue Typenzulassungen sowie ab 2017 grundsätzlich für alle Motorräder über 125 Kubikzentimeter Hubraum vorgeschrieben. Doch im Vergleich zum Auto vollzieht sich die Marktdurchdringung deutlich langsamer. Motorräder werden wesentlich länger genutzt. Sie wiesen 2014 ein Durchschnittsalter von über 15 Jahren auf. Neue Sicherheitssysteme mögen daher zwar dem Einzelnen helfen, aber ändern nur wenig am Unfallgeschehen an sich. Zudem dauert es aufgrund der komplizierteren Fahrdynamik von Zweirädern meist wesentlich länger, bis Sicherheitstechniken aus dem Auto adaptiert sind.

Bis alle Motorradfahrer von dem Sicherheitszugewinn durch ABS, weitere Assistenzsysteme wie Antischlupfregelung oder Tagfahrlicht profitieren, wird es also noch viele Jahre dauern.

Fahrerkompetenz stärken

Nahezu die Hälfte aller Landstraßenunfälle von Motorradfahrern waren im Jahr 2014 Alleinunfälle, das heißt durch Verlust der Fahrzeugkontrolle entstanden. Hauptursache ist zu hohes Tempo. Kaum bekannt ist, dass es auch relativ häufig Auffahrunfälle von Bikern wegen ungenügendem Sicherheitsabstand gibt.

In der Stadt, wo vor allem in Ein- und Abbiegesituationen Motorräder mit Autos kollidieren, verschiebt sich die Schuld deutlich zu Lasten der Autofahrer.

Regelmäßige Sicherheitstrainings für Motorradfahrer könnten ebenso zu einer Verbesserung der Situation beitragen wie eine systematische Sensibilisierung anderer Verkehrsteilnehmer für die Zweiradproblematik – Stichwort: schmale Silhouette.

Bauliche Maßnahmen

Die meisten tödlichen Motorradunfälle passieren in Kurven. Dabei kosten nicht selten die Leitplanken den Bikern das Leben. Wie wirksam der in der Praxis erprobte Unterfahrschutz »Typ Euskirchen« ist, hat eine Untersuchung in Bayern ergeben. Dort wurden 428 Kurven auf einer Gesamtlänge von 54 Kilometern damit nachgerüstet. Zwar ging im Untersuchungszeitraum die Zahl der Motorradunfälle insgesamt nicht zurück, wohl aber die Zahl der getöteten Kradfahrer. Sie sank von neun auf null. Die Straßenbauverwaltung errechnete, dass die Baukosten zehnmal niedriger seien als die jährlichen Kosten für die Folgen von Unfällen ohne die Schutzeinrichtung.

Eine tägliche Aufgabe der Straßenbaulastträger sehen Experten auch darin, die Fahrbahnoberflächen in gutem Zustand zu halten. Dazu gehören eine homogene Griffigkeit und keine Flickschusterei sowie ein störungsfreier Fahrbahnrand.

Mit Material von ampnet, Bildquelle: pixabay, Lizenz CC0 Public Domain

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