FEMA-Umfrage Riderscan

Riderscan – Datensammlung für mehr Sicherheit

Unter Federführung der FEMA, dem Dachverband der europäischen Motorradfahrerorganisationen, findet seit 2011 eine großangelegte Datenerhebung zum Thema Motorradsicherheit statt. Mit einer großen Umfrage geht die Aktion nun in die letzte Runde.

Die Erhebung von Daten wird unter dem Eindruck großangelegten Missbrauchs und nicht zuletzt der NSA-Schnüffelaffäre von vielen Bürgern zunehmend misstrauisch gesehen, weshalb immer mehr Menschen sparsam mit Informationen über sich selbst umgehen. Doch jenseits aller Skandale ist das Sammeln von Daten Grundlage fast jeder wissenschaftlichen Forschung.

Einen Mangel an Daten und daraus resultierend an Wissen machen die Initiatoren des Projekts Riderscan unter anderem dafür verantwortlich, dass die Zahl der auf Europas Straßen getöteten Motorradfahrer zwar seit zwei Jahrzehnten rückläufig ist – aber deutlich langsamer als beispielsweise die der tödlich verunfallten Autofahrer.

Wegen des im Vergleich zum Motorradabsatz weitaus größeren Marktes für Automobile fokussiert die Industrie bei Forschung und Entwicklung auf vierrädrige Kraftfahrzeuge.

Zwar kommen Motorräder mit – meist deutlichem – zeitlichem Abstand auch in den Genuss von fortschrittlichen Sicherheitssystemen wie ABS oder Antischlupfregelung, doch meist sind diese Systeme Adaptionen, die nicht genuin für die besondere Fahrdynamik des motorisierten Zweirades entwickelt wurden. Eine löbliche Ausnahme bildet da das neue Kurven-ABS von Bosch, das derzeit in der KTM 1190 Adventure eingesetzt wird.

Um eine solide Datenbasis für motorradspezifische Sicherheitsforschung zu schaffen, hat die FEMA (Federation of European Motorcyclists’ Associations) im Jahr 2011 das Projekt Riderscan ins Leben gerufen. Durch Feldforschung werden seitdem Informationen zu den unterschiedlichsten Aspekten von Motorradsicherheit erhoben. Riderscan wird unter anderem von der Europäischen Union unterstützt.

Fakten zu Leitplankenunfällen wurden ebenso gesammelt, wie zu persönlichen Fahrgewohnheiten, zum Stand der Fahreraus- und –weiterbildung, zur allgemeinen Einstellung zur Verkehrssicherheit oder der Nutzung von Schutzausrüstung und Assistenzsystemen etc.

In einer letzten Umfrage, an der Motorradfahrer ab sofort teilnehmen können, geht es um »Intelligente Transportsysteme«, in Bezug auf Motoräder also um die Interaktion von Fahrzeug und Infrastruktur sowie intelligente Assistenzsysteme im Fahrzeug.

Die aktuelle Umfrage – und auch die vorangegangenen – können online beantwortet werden. Personenbezogene Daten werden nicht abgefragt.

Weitere Informationen

Bild © ETSI, www.etsi.org

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