MV Agusta Dragster 800 RR

MV Agusta schließt Restrukturierung ab

Der krisengebeutelte italienische Motorradbauer MV Agusta hat nach eigenen Angaben sein Restrukturierungsprogramm abgeschlossen. Zum Symbol für einen Neuanfang auf solider finanzieller Basis könnte das unlängst präsentierte Modell Dragster 800 RR werden.

Epochenwechsel brauchen Symbole. Für das neueste Kapitel in der wechselvollen Geschichte von MV Agusta könnte dies die komplett neue Dragster 800 RR sein. Mit einem stark überarbeiteten Dreizylinder-Motor, verbessertem Chassis sowie einem innovativen Elektronikpaket kommt die Maschine just zu dem Zeitpunkt, als der schwierige Restrukturierungsprozess offenbar abgeschlossen ist.

Die jüngsten Probleme für den in Varese ansässigen Motorradhersteller begannen mit dem Ausstieg von AMG. Die Tuning-Tochter von Mercedes hatte nach nicht einmal dreijährigem Engagement das Interesse an MV Agusta wieder verloren und den zuvor erworbenen 25-Prozent-Anteil zum Verkauf gestellt.

  Die neue MV Agusta Dragster 800 RR in der exklusiven RC-Version.

Nach langwierigen Verhandlungen ist der russische Finanzinvestor ComSar Invest eingestiegen. Das Unternehmen um die Familie Sardarov scheint als Teilhaber ein längerfristiges Engagement zu planen. Immerhin gab man MV-Präsident Giovanni Castiglioni die Möglichkeit einer umfangreichen Neuausrichtung der Marke und zur Umstrukturierung des Unternehmens. Dafür, dass unter der Ägide der neuen Gesellschafter nicht nur genauer aufs Geld geschaut, sondern tatsächlich in die Zukunft investiert wird, könnte die Vorstellung der neuen Dragster 800 RR ein Zeichen sein, demonstriert die Maschine doch den Willen zur Innovation.

Der vom Aggregat der Brutale RR abgeleitete Dreizylinder verfügt über neue Verbindungspunkte zum Rahmen, so dass der Verbund nun spürbar verwindungssteifer ausfallen soll. Einlassseitig wurde das Profil der Nockenwellen überarbeitet, Ventile und Führungen sind in beiden Trakten neu. Eine komplette Überarbeitung erfuhr der Primärtrieb ebenso wie das Schaltgetriebe. Im Zuge der Euro-4-Anpassung wurden eine voluminösere Abgasanlage sowie ein leistungsfähigerer Katalysator fällig.

»Hirn« des Dreizylinders ist eine mit neuen Mappings bespielte Variante des markenintern MVICS (Motor and Vehicle Integrated Control System) genannten Motormanagements. Das System bezieht Daten aus einer umfangreichen Sensorik und bietet zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten.In Varese ist man zuversichtlich, dass der eingeschlagene Kurs zu einer nachhaltigen Stabilisierung des Unternehmens führen wird. Nahrung erhält der Optimismus auch durch die auf der jüngst zu Ende gegangenen internationalen Motorradmesse Eicma getätigten Orders. Diese sollen nach MV-Angaben deutlich über die bisherige Kapazitätsplanung für 2018 hinausgehen.

Anzeige
Anzeige

Suche im News-Archiv

TF-Sonderhefte

Motorrad-Paradies Alpen
10 Traumstrecken, die schönsten Pässe, Touringtipps für Motorradfahrer.  Mehr


50 Jahre Kawasaki
Rückblick auf 50 Jahre Kawasaki in Deutschland: Meilensteine, Motorräder, Menschen. Mehr


Motorrad-Gebrauchtkauf
Ratgeber mit 36 Bikes in ausführlichen Portraits sowie Tipps zu Technik und Recht. Mehr


Honda Spezial
Aktuelle Modelle, Technik, Historie, Sport – alles rund um die faszinierende Motorradmarke. Mehr


Motorrad-Paradies Frankreich
Die schönsten Reiserouten in Frankreich. Dazu Tipps für unterwegs und Sprachführer. Mehr


Motorradmenschen
33 faszinierende Menschen, für die ein Leben ohne Motorrad undenkbar wäre, im Portrait. Mehr

TOURENFAHRER-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im TOURENFAHRER-Newsletter.

Jetzt registrieren