Gebrauchtkaufberatung

BMW K 1200 RS

Für Langstreckenfahrer mit einem Faible für zuverlässige Big-Bikes mit Kardan und Vollausstattung ist die K 1200 RS eine sehr gute Wahl – auch deshalb, weil sie serienmäßig ein Ergonomiepaket an Bord hat.

Kilometerfresser, die auf Luxus stehen, bei einer BMW K 1200 LT oder Honda Gold Wing aber jegliche Dynamik vermissen, landen bei der Suche nach einer Gebrauchten fast zwangsläufig auf Augenhöhe mit der K 1200 RS, einem Highspeed-Sprinter mit allen erdenklichen Extras, der prima zum Reisen taugt und genauso gut zur verschärften Schräglagensuche am Sonntagmorgen.

Die 1997 präsentierte BMW blieb bis Anfang 2006 im Programm, wurde nur einmal (2001) dezent überarbeitet und wird in großer Zahl offeriert. Welches Baujahr man bevorzugt, ist angesichts kaum veränderter Technik nur eine Frage der Finanzen. Etliche Exemplare haben weit höhere Laufleistungen abgespult als heute üblich, ein Beleg dafür, dass sie ihrem Einsatzzweck entsprechend intensiv genutzt wurden. Vor hohem Tachostand zurückschrecken muss man aber nicht unbedingt, denn der liegende Vierzylinder ist in der Regel ebenso unproblematisch wie langlebig; allerdings verbraucht er spürbar Öl, vor allem bei schneller Autobahnfahrt.

Bei einer extrem wenig gefahrenen, laut Serviceheft jahrelang nicht durchgecheckten Maschine aus den beiden ersten Baujahren stellt sich die Frage, ob die insgesamt drei Rückrufe dieser Zeit überhaupt abgearbeitet wurden. 1997 musste die RS erst zum Tausch des Kühlerlüfters und der Motronic in die Werkstatt, danach zum Check der Einstellschrauben an Handbremse und Kupplung. 1998 sollte eine Dichtung im Tank ausgetauscht worden sein. Stichwort Inspektion: Die Intervalle liegen bei 10.000 km, die Richtzeiten je nach Arbeitsumfang zwischen knapp drei und fast sechs Stunden.

Die erste Generation (1997-2000) ist heute mit 98 oder 130 PS zu finden, führte bei BMW erstmals den Aluhauptrahmen und das Sechsganggetriebe ein und hat serienmäßig ABS und Kat an Bord. Der für 2001 überarbeitete Nachfolger (130 PS) bietet mit modifiziertem Verkleidungsoberteil, größerer Scheibe und tieferen Rasten noch mehr Windschutz und Komfort für Fahrer samt Sozius und mit der Kombination aus Evo-Bremse im Vorderrad und Integral-ABS auch die bessere Bremse.

Bei beiden Typen sind Windschild, Lenker, Schalthebel, Fahrerfußrasten und -sitz einstellbar. Trotzdem finden nicht alle Fahrerstaturen auf dem mächtigen Sporttourer eine durchweg zufrieden stellende Sitzposition, die sich jedoch mit Zubehör optimieren lässt.