Gebrauchtkaufberatung

Suzuki SV 650/S

Zwei sehr beliebte Mittelklasse-Modelle unterschiedlichen Charakters: Die Basisversion ist ein vielseitiger Allrounder, die S-Variante eher gemäßigter Sportler. Reichhaltig im Angebot, moderate Preise.

Die meisten Allrounder der so genannten Mittelklasse bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind zuverlässig, berechenbar – und irgendwann langweilig. Beim 1999 angetretenen SV-650-Duo dagegen werden sogar überzeugte Vierzylinder-Fans schwach, und das liegt vor allem am charismatischen 90-Grad-V2-Motor, von dessen spritziger Drehfreude man eigentlich nie genug kriegen kann.

Der kultivierte Twin deckt vom gemütlichen Landstraßen-Wandern bis zum Auspressen des Leistungsangebots die ganze Bandbreite ab, und dazu passt auch die Geometrie des handlichen, auf einem stabilen Alu-Rahmen basierenden Fahrwerks. Allein die Gabel ist für holperigen Asphalt und brutales Ankern deutlich zu weich ausgelegt, doch dem lässt sich mit strafferen Federn vom Zubehörmarkt leicht abhelfen, sofern nicht schon geschehen. Abgesehen von nervigen Lastwechselreaktionen bei den Baujahren 1999 bis 2002 ist das der einzige Kritikpunkt für alle Modellgenerationen der SV, und davon gibt’s immerhin drei.

Die erste kommt 1999 mit Vergasermotor, 71 PS, 16-l-Tank und Alu-Rohrrahmen. Die Sitzposition auf der Nackten ist aufrecht entspannt, bei der SV 650 S nimmt man leicht nach vorn gebeugt hinter der weich gerundeten Halbschale Platz. Einzige Modellpflege (2002): Gabel mit einstellbarer Federbasis. 2003 hält ein mittels Einspritzanlage, SLS und U-Kat modifizierter Motor mit erleichtertem Ventiltrieb Einzug, der in einem Leichtmetall-Druckgussrahmen sitzt, 72 PS leistet und geschmeidiger am Gas hängt. Die »S« hat nun eine kantigere Verkleidung, die Basis zehn Millimeter mehr Radstand. 2007 folgt wegen Euro-3 die dritte Generation mit aufwendig modifiziertem Motor – Doppeldrosselklappen-Einspritzung, Doppelzündung, G-Kat – und serienmäßigem ABS.

Alle Baujahre punkten mit einer allgemein soliden Verarbeitung, Edelstahl-Auspuffanlage, langlebigem Triebwerk und 24.000-km-Ventilcheck-Intervallen. Öl ist alle 6000 km fällig, die Tankreichweite je nach Fahrweise bescheiden. Neben den Routinechecks gibt’s nur zwei spezielle Punkte abzuarbeiten, die beide die erste Baureihe betreffen: Die Staubblende des Zündschlosses ist nicht selten außer Gefecht gesetzt, und bei der S-Version können die Verkleidungsteile wegen beschädigter Stecklaschen mit Dröhngeräuschen nerven.