Gebrauchtkaufberatung

Yamaha FZ6/Fazer

Zwei sehr beliebte Mittelklasse-Bikes mit eigenständigem Design und spritzigen Triebwerken. Je nach Baujahr unterschiedlich motorisiert; Modelle mit ABS  gibt es ab Jahrgang 2006/2007.

Mit ihrem individuellen, vom Mainstream abweichenden Design und dem spritzigen, aus dem Supersportler YZF-R6 abgeleiteten Motor brachten die Yamaha-Schwestern 2004 frischen Wind ins Revier der sportlichen Mittelklasse-Allrounder. Die verkleidete Fazer knüpfte nahtlos an den Erfolg der Vorgängerin FZS 600 Fazer an, die ihr zur Seite gestellte FZ6 zog gleich mit. Beide sind auf dem Gebrauchtmarkt üppig vertreten, je nach Jahrgang entweder mit 78 oder 98 PS und ab 2006 bzw. 2007 auch mit serienmäßigem ABS.

Die FZ6 Fazer ist ein agiler, komfortabel abgestimmter Sporttourer, dem auch eine 1000er nicht leicht das Rücklicht zeigen kann. Vorausgesetzt, der Fahrer nutzt fleißig die Schaltbox, denn der Sportmotor giert nach hohen Drehzahlen. Das gilt auch für die identisch motorisierte Schwester FZ6, die man speziell den Fans leichter (nur 207 kg), wendiger Allrounder an Herz legen kann. Wer auf 98 PS Motorleistung besteht, sollte nach einem Exemplar von 2004 bis 2006 suchen; Modelle ab 2007 gingen mit nur noch 78 PS in den Handel, konnten aber für ca. 50 Euro Aufpreis wieder »entkorkt« werden.

Parallel wurde die Einspritzsteuerung modifiziert, der Vierzylinder hat seitdem eine bessere Leistungsentfaltung im mittleren Drehzahlbereich. Verstärkung erhielt die Baureihe 2007 durch die Edelvariante FZ6 Fazer S2, die sich mit serienmäßig 98 PS, aufwendiger Aluminiumschwinge, eloxierten Gabel-Tauchrohren, Vierkolben-Festsattelbremszangen und neu konturierter, komfortablerer Sitzbank von den bisherigen Typen abhebt. ABS ist gleich mit an Bord; bei der FZ6 findet man es ebenfalls ab 2007, bei der Standard-Fazer ab 2006.

Spezielle Schwächen hat die bislang fast 14.000mal verkaufte, solide verarbeitete Modellreihe nicht; das gilt auch für den Motor, der ja für wesentlich höhere Beanspruchungen in der Supersport-R6 ausgelegt ist. Die Service-Intervalle sind lang – nur alle 10.000 km mit Ölwechsel, die Ventile werden alle 40.000 km kontrolliert – und das einzige Problem, ein defekter Drosselklappensensor (Rückruf Ende 2006 für FZ6 Typ 1B31/1B33/1B35 beziehungsweise Fazer Typ 5VX1/5VX6) sollte längst aus der Welt geschafft sein. Generell zu checken sind Verschleißteile, Rad-/Lenkkopflager sowie bei der Fazer die Verkleidung auf eventuelle Risse oder Schäden durch Umfaller.