Gebrauchtkaufberatung

Suzuki V-Strom 1000

Im Jahr 2002 präsentierte Suzuki mit ziemlichem Verzug eine eigenständige großvolumige Reise-Enduro mit mächtigem V-Zweizylinder in einem schicken Alu-Fahrwerk. Doch bereits 2008 wurde die große V-Strom wieder aus dem Programm genommen, obwohl sie bis dahin mit über 8.000 Zulassungen mehr als nur einen Achtungserfolg erzielt hatte - und das hatte gute Gründe.

Der seinerzeit als »Sport-Enduro-Tourer« proklamierte Zweizylinder ist in der Tat ein ungeheuer agiler Express-Tourer mit sportlichem Fahrwerk und bärenstarkem Motor, und nicht nur aufgrund des kleinen 19-Zoll Vorderrades ebensoviel – oder ebensowenig – Enduro wie eine Triumph Tiger 955 oder eine Yamaha TDM.

Typisch Reise-Enduro ist die aufrechte Sitzposition hinter dem breiten Lenker, das üppige Platzangebot und die klassenübliche Verkleidung, weniger typisch das geringe Gewicht von 233 kg, mit der die Suzuki z.B. eine Varadero eben mal um 44 kg unterbietet. In dem daraus resultierenden forschen Handling und in dem angenehm straff, aber nicht unkomfortabel gefederten Fahrwerk liegt einer der Trümpfe dieser Maschine. Den Ausschlag aber gibt der Motor: Der 90-Grad-V2 bringt enormen Druck aus mittleren Drehzahlen, hält sich beim Benzinverbrauch aber ziemlich zurück. Nervig sind die kurzen Ölwechselintervalle von 6.000 km, lang dagegen die Fristen für den Ventilspielcheck (24.000 km).

Das Triebwerk hat sich als ausgereift und standfest erwiesen, was auch die Demontage einer Dauertestmaschine bestätigte. Einziges Malheur nach 51.000 km war starkes Pitting auf den Zähnen des sechsten Gangrad-Paares, ein laut Suzuki völlig untypischer Schaden. Kein Einzelfall allerdings sind bei den ersten Baujahren Undichtigkeiten am Kupplungsnehmer-Zylinder, eine Stelle, die man also checken sollte. Im harten Alltagseinsatz ran genommene Exemplare sind auf Rost an den Schalldämpfern zu überprüfen, außerdem auf unversehrte Radlager. Eventueller Offroad-Betrieb lässt sich durch Macken im Ölkühler bzw. am Unterfahrschutz erkennen, doch das dürfte die absolute Ausnahme sein.

Die V-Strom 1000 hat sich vielmehr als Tourer etabliert und bietet ab Modell 2004 (geänderte Front mit einstellbarer Verkleidungsscheibe) je nach Fahrergröße auch mehr Komfort und einen niedrigeren Geräuschpegel als die Vorgängerin.