Gebrauchtkaufberatung

Suzuki GSX-R 750

Noch immer das Superbike schlechthin: Die Suzuki GSX-R 750 ist eine prima Alternative zwischen 600er und 1000er, bietet ein gutes Leistungsgewicht und bleibt trotz ihrer immensen Kraft beherrschbar.

Beinahe unglaublich: Die Urmutter aller Superbikes geht 2008 bereits ins 24. Jahr. Soeben modellgepflegt, wie schon so oft seit 1985, in dem Jahr, als die erste GSX-R 750 die Bühne betrat – luftgekühlt, mit 100 PS und 200 kg Gewicht. Modelle dieser Ära haben entweder Sammlerstatus (guter Originalzustand) oder sind mehr oder minder runter geritten, weshalb sich der Blick vieler Supersportler-Fans vorrangig auf die flüssigkeitsgekühlten Modelle der späteren Baujahre richtet.

Deren Zeit beginnt 1992 mit der GSX-R 750 W, die neben dem neuen Motor (98 PS, offen 118 PS) einen sehr stabilen Rahmen mitbringt. Leider auch das höchste Gewicht sämtlicher 750er-Typen: 239 kg. Das nächste Modell speckt 1994 mit Detailarbeit an Motor, Rahmen, Schwinge und Kühlsystem elf Kilo ab und hat gelochte Bremsscheiben mit neuen Sechskolben-Festsattelzangen. Die dritte Wassergekühlte (1996/97) hat wieder Kampfgewicht (204 kg), einen extrem kurzhubigen 128-PS-Motor mit Ram-Air-System, der nun mittragend in einen neuen Leichtmetall-Brückenrahmen mit angeschraubtem Heck integriert ist, außerdem einen leichten Schalldämpfer aus Alu.

Deren Nachfolgerin kommt 1998 mit Einspritzanlage und 135 PS. 1999 wird sie wegen eines Benzinschlauchs im Tank (Verbindung zur Pumpe, kann sich lösen) zurückgerufen – bei der Gebrauchten deshalb checken, ob die Umrüstung auch erledigt wurde. 2000 folgt eine GSX-R mit Doppeldrosselklappen-Einspritzanlage, verbessertem Durchzug, nunmehr 141 PS und nur noch 193 kg.

Nach kleineren Retuschen in den Folgejahren kommt Modell 2004 mit schwarz lackiertem Leichtmetall-Rahmen, übereinander platzierten Scheinwerfern in der schnittigen Verkleidung, radial verschraubten Bremssätteln vorn, Sekundärluftsystem, U-Kat und 148 PS. Jahrgang 2006/07 schließlich leistet 150 PS, hat eine Anti-Hopping-Kupplung und trägt einen neuen Schalldämpfer, dessen Endstück unterhalb der Schwinge liegt.

Genereller Tipp: Unverbastelte aus erster, zweiter Hand und ohne Rennstrecken-Vita sind vorzuziehen. In jedem Fall prüfen: Kupplungsfunktion, Bremsscheiben-Zustand, Lenkkopf- und Schwingenlager, Verkleidung und Peripherie auf kaschierte Sturzschäden. Nachrüstteile wie Schalldämpfer, Fußrasten, Höckersitzbänke, Lenkungsdämpfer auf Legalität checken.