Gebrauchtkaufberatung

Yamaha XVS 1100 Drag Star/Classic

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Yamaha XVS 1100 Drag Star/Classic

Ein Chrom-Gleiter mit viel Kraft im Bauch: Die XVS 1100 Drag Star zählt immer noch mit zum Besten, wenn es um gediegenes Cruisen für kleines Geld geht. Geringer Bestand, vor allem an jüngeren Exemplaren.

Mit der 1100er-Drag Star können Cruiser-Fans aller Couleur glücklich werden. Speziell zu empfehlen ist der Chrom-Gleiter denjenigen, die Wert auf ein bequemes, langstreckentaugliches Fahrergestühl legen, ebenso klein gewachsenen Piloten, die mit Gewicht und Sitzhöhe anderer Maxi-Cruiser rein körperlich auf Kriegsfuß stehen.

Die XVS 1100 macht’s einem nämlich trotz ihrer fünfeinhalb Zentner ziemlich leicht, was nicht nur an der bescheidenen Sitzhöhe von 660 mm, sondern auch am sehr niedrigen Schwerpunkt und an der kommoden Sitzhaltung liegt. Einem Sozius dagegen geht es zumindest auf der Basisversion nicht so gut wie auf manch anderem Cruiser-Giganten; etwas bequemer ist der breitere, mehr Halt bietende Sitz der von 2000 bis 2007 angebotenen Classic-Version.

Die macht mit kleinerem Vorderrad (16 statt 18 Zoll) und breiterem Reifen, viel Chrom-Zierrat, mächtigen Radabdeckungen und Gabelblenden optisch mehr her als ihre Normalo-Schwester, setzt dafür wegen der ausladenden Trittbretter aber auch noch früher auf. Für beide Varianten gilt: Fußstützen sowie Bremshebel und Seitenständer (Basis) auf Funktion und Schäden checken.

Dem durchzugsstarken Motor darf man ein langes Leben zutrauen, schließlich hat er sich alleine im Vorgänger XV 1100 Virago zehn Jahre lang bestens bewährt. Für die Drag Star sprechen außerdem die gut dosierbaren, fest zupackenden Bremsen; Schattenseiten sind, wie so oft bei Cruisern, die wenig Reserven vorhaltenden Gabelfedern und das komfortbetont abgestimmte, bei Bodenwellen schon mal durchschlagende Heck.

Zum Pflichtcheck gehören: Radspeichen (Spannung, Bruch), Lenkkopf- und Schwingenlager, Bremsscheiben (Rubbeln, Verzug?), Radabdeckungen (Risse an den Verschraubungen möglich) sowie die Kanten des hinteren Kotflügels, wo Gepäckspanner schon mal Lackschäden hinterlassen. Außerdem prüfen: Dreiecksschwinge im Bereich der Steckachsaufnahme (Lackschäden, Rost) und die Rahmenunterzüge auf Höhe der Ablassbohrungen (Korrosion) sowie generell auf mögliche Beschädigungen durch unsachgemäßes Aufbocken beim Radwechsel. Zu klären ist auch, ob die besichtigte Drag Star von zwei Rückrufen des Jahres 2005 betroffen war; beide Male ging es bei Maschinen des Typs VP052, VP057 und VP161 um die Befestigung des Beifahrersitzes, der sich unter bestimmten Umständen selbstständig machen konnte.