Gebrauchtkaufberatung

Honda CBR 900 RR Fireblade

Racer mit Alltags-Qualitäten: ein Motorrad, auf dem man heute die sportliche Landstraßenhatz genießt, morgen auf der Rennstrecke trainiert und übermorgen zur Wochenendtour startet – oder umgekehrt.

Die Fireblade setzte Maßstäbe im Leichtbau und verbindet sportlichen Biss mit einer gehörigen Portion Alltagstauglichkeit. Auch wenn regelmäßig ein Nachfolger gekürt wurde: Alt sah der Vorgänger nie aus, denn die CBR 900 RR war von Anfang an ein gutes Motorrad; sie wurde halt mit jeder Modellpflege ein Stückchen perfekter. Man kann also prinzipiell bei jedem Jahrgang zugreifen.

Zum Debüt 1992 kam die Blade mit 893 Kubik, 98 PS und 206 kg Leergewicht, Alu-Brückenrahmen und einem Reifen-Mix (vorn 16, hinten 17 Zoll). Jahrgang 1994 bringt eine windschlüpfrigere Verkleidung mit höherer Scheibe (mehr Windschutz) und voll einstellbare Federelemente. Ab 1996 wird die CBR 900 RR kräftiger, leichter und bequemer, umgesetzt durch mehr Hubraum (918 Kubik), 128 PS, flacheren Tank, erhöhte, aufrechtere Sitzposition und komfortab­lere Federelemente sowie Gewichtseinsparungen an Rahmen und Schwinge.

1998 kommt eine nochmals leichtere (202 kg), stärkere Generation mit 130 PS, kompakterer Kupplung und reduziertem Spritverbrauch. Weitere Merkmale: Auspuff komplett Edelstahl, breitere Verkleidung, größere Bremsscheiben, größerer Kühler. Jahrgang 2000 ist komplett überarbeitet, bringt 152 PS aus 929 Kubik, Einspritzanlage, eine im Motorgehäuse gelagerte Schwinge, Titanauspuff, eine 43er-USD-Gabel und erstmals ein 17-Zoll-Vorderrad mit. Die letzte Generation von 2002/03 kommt mit 954 Kubik, 149 PS und 198 kg fahrfertig, mit verfeinerter Einspritzung und größeren Drosselklappen. Die Front ist aggressiv gestylt, die Sitzhaltung sportlich nah am Vorderrad orientiert. Die dynamischste und begehrteste Blade, aber nicht die einzige, die süchtig machen kann – siehe oben.

Für alle Jahrgänge gilt: Den standfesten Vierzylinder wirft auch hohe Laufleistung oder Dauerstress mit hoher Drehzahl nicht so leicht aus der Bahn. Häufig auf der Rennstrecke eingesetzte Exemplare unterliegen höherem Verschleiß und sollten bei Besichtigung/Probefahrt penibel unter die Lupe genommen werden, auch was Sturzschäden (Verkleidung, Auspuff, Fußrasten, Hebel) betrifft. Rost findet sich mitunter am Auspuff (1992-97). Bei frühen Exemplaren anfällig sind Gabelsimmerringe und vordere Radlager. Bei Racing-Umbauten (Verkleidungsteile, Höckerbank, Fußrasten, Schalldämpfer, Lenker) checken, ob sie eingetragen sind.