Gebrauchtkaufberatung

Triumph Tiger 900i/955i

Die Triumph Tiger 900i/955i punktet im direkten Vergleich mit ihrer Reiseenduro-Konkurrenz mit der höchsten Zuladekapazität, dem geringsten Verbrauch und der größten Reichweite. Sie ist es auch, die beim Serpentinenwedeln mit den bekanntlich sehr agilen GS-Modellen von BMW am ehesten mithalten kann. Von den großen Tigern mit Einspritzmotor sind inzwischen drei Generationen unterwegs.

Die erste T 709 kommt 1999 mit dem modifizierten 885 ccm-Aggregat aus der Speed Triple auf den Markt, hat bereits einen G-Kat und leistet 83 PS. Die kompakte Triple macht mächtig Druck aus der Drehzahlmitte, läuft fast vibrationsfrei und hält sich beim Verbrauch vornehm zurück. Das hochkomfortabel abgestimmte Fahrwerk taugt trotz langer Federwege (230/ 200 mm) auch zum couragierten Kurvenwetzen und besitzt hervorragende Bremsen. Die 900er bringt jedoch schon 245 kg auf die Waage und darf stolze 210 kg zuladen.

Anfang 2001 schließt die Nachfolgerin T 795 mit dem 98 PS starken 955i-Triebwerk leistungsmäßig zur Konkurrenz auf. Sie hat nun einen Kat pro Krümmer und eine straffer abgestimmte, beim Bremsen dezenter eintauchende Gabel. Optisch bleibt alles beim Alten, das Gewicht steigt auf aber auf 257 kg an, die Zuladung auf 228 kg.

Das jüngste von 2004 bis 2006 gebaute Modell bringt ein Facelifting mit, das den Kontakt zum Asphalt und den Fahrspaß weiter optimieren soll. Das gelingt mit Abstrichen: Die straffere Gabel mit nur noch 170 mm Federweg kann überzeugen, das härter ausgelegte Federbein weniger. Es fehlt an Dämpfungsreserven, was sich insbesondere bei sportlicher Fahrweise, aber auch bei hoher Zuladung negativ bemerkbar macht. Außerdem ist eine leichte Unruhe mit Koffern bei hohem Tempo auszumachen. Das Leergewicht sinkt auf 249 kg, was unter anderem auf den Wechsel von Speichenrädern auf Gussräder zurückzuführen ist. Die Zuladung steigt auf wiederum auf 236 kg. Die Triple liefert jetzt wahlweise 98 oder 106 PS.

Alle Versionen haben 10.000 km-Wartungs-Intervalle (Ventilspiel alle 20.000 km). Die Dreizylinder gelten als robust und verschleißarm, sollten von daher also keine Probleme bereiten. Beim Nachrüst-Hauptständer der T 709 gab es eine Serie mit falsch gehärteten Schrauben: checken, ob die Stütze verbogen ist. Außerdem prüfen: Motorschutz auf Dellen, vorhandene Triumph-Kofferträger auf zuviel Spiel, Radlager, Speichen (Bj. 99-03). Für die Tiger gab es insgesamt vier Rückrufe, die die Fachwerkstatt durchgeführt haben sollte:  1999 Austausch der Motorgehäuseschrauben/ Ölverlust, 2000 Kraftstoffstandgeber undicht,  2001 Kupplungszug/ Verschleiß, 2004 Schnellkupplungen an der Benzinpumpe.