Gebrauchtkaufberatung

Honda CBF 600/S

Die handlichen Vierzylinder-Schwestern CBF 600 und CBF 600 S zählen seit 2004 zu den beliebtesten Allround-Motorrädern Deutschlands. ABS-Option, günstiger Preis, Ergonomiepaket – was will man mehr?

Für preisgünstige, zuverlässige und handliche Motorräder ist stets Bedarf. Dass ein preiswerterer Allrounder prima dazu taugt, die Massen zu mobilisieren, hat Suzukis 600er-Bandit Mitte der 90er bewiesen, und Honda setzt dieses Erfolgsrezept seit 2004 mit den CBF 600-Schwestern um. Grundsolide Hausmannskost, aufgewertet durch ABS, Ergonomiepaket und zigtausendfach bewährte Motormechanik – kein Wunder, dass binnen vier Jahren mehr als 16.000 Menschen zugriffen.

Die Mehrheit entschied sich für die verkleidete CBF 600 S, und das für 600 Euro Aufpreis angebotene ABS ist bei beiden Varianten fast immer mit an Bord. Die veränderbare Ergonomie – dreifach höheneinstellbarer Fahrersitz plus variable Lenkerböckchen, bei der »S« zusätzlich höheneinstellbare Scheibe – lockt Anfänger wie Wiedereinsteiger, alte Hasen erfreuen sich an ausgewogenem Handling und gut kontrollierbarer Leistung in einem straffen, aber durchaus komfortablen Fahrwerk.

Was an den CBF-Modellen ein wenig nervt, ist schnell aufgezählt. Erstens: Der ursprünglich aus Hornet 600 bzw. CBR 600 F stammende Motor hat bei der Drosselung auf 78 PS Leistung jegliches Aggressionspotenzial eingebüßt (gewollt) und geht im mittleren Drehzahlbereich nur dann richtig gut, wenn fleißig geschaltet wird. Zweitens: Die Spiegel sitzen zu weit innen, allerdings nur bei den Jahrgängen 2004/05; 2006 gab’s längere Spiegelausleger plus Blinkergläser in Klarglasoptik – abgesehen von neuen Farben die einzige »Modellpflege« bis 2007.

Die Auswahl an Gebrauchten ist groß – dominant: die S-Version –, die Laufleistung der meisten Exemplare ist noch sehr niedrig. Bei der Besichtigung einer CBF mit mehr als 20.000 km checken, ob die 24.000er-Inspektion erledigt worden ist: Dann ist die zeitaufwendige Ventilspielkontrolle fällig. Nicht billig ist Drosseln auf 34 PS (vier Ansaugstutzen, ca. 110 Euro plus Arbeitszeit), Umrüsten von 34 auf 78 PS kostet noch mal ca. 20 Euro mehr.

Neben den Routinekontrollen sollte man auf die Teile achten, die bei einem Umfaller oder Sturz beschädigt werden: Schalldämpfer, Lenkerenden, Lenkkopfanschlag, Verkleidung (S), Trägerplatten der Fußrasten. Bei der CBF 600 S die Gummiblenden der Verkleidungsscheibe auf beschädigte Haltepfropfen und bei beiden Varianten den Lack um die Gepäck-Haltezapfen auf Kratzer prüfen.